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Das ist wahre Meditation. Ganz von vorne anfangen, ohne etwas zu wissen. Wer mit dem Wissen beginnt, endet beim Zweifel.
Krishnamurti

Die Unterschiede zwischen Schamanismus und dem Personal Totem Pole Process®

Schamanismus ist eine Heiltradition, die an spezielle kulturelle Sinngebungen und Rituale gebunden ist. Ein schamanisch Praktizierender erreicht veränderte Bewusstseinszustände, um mit der geistigen Welt in Berührung zu kommen und mit ihr zu interagieren. Obwohl sich das Wort „Schamane“ ursprünglich auf die Tradition in Nordostasien (Sibirien) bezog, wird dieser Begriff mittlerweile verwendet, um ähnliche Methoden in unterschiedlichen anderen Traditionen zu beschreiben. Deshalb gibt es den Peruanischen Schamanismus, Hmong Schamanismus, unterschiedliche Arten von Schamanismus der amerikanischen Ureinwohner usw., jeder mit seinen eigenen Traditionen, Einsichten und Vorgehensweisen. Schamanismus wird oft als „Archaische Ekstasetechnik“ (Eliade) verstanden und Schamanismus beinhaltet in der Art, wie er praktiziert wird, einen religiösen bzw. Glaubens-Aspekt.

Einer der Unterschiede ist zuerst einmal, dass der „Personal Totem Pole Process“ (PTPP®) keine religiöse Tradition darstellt. Statt dessen wird er am besten als Tiefenpsychologischer Zugang zu Imagination und Psyche beschrieben. Er beinhaltet eine spezielle Art, sich auf die Tiefe Imagination einzulassen und erlaubt, Anteile des Bewusstseins zu erforschen, indem eine Beziehung mit der eignen Tiefen Imagination aufgebaut wird. Er ist keine Methode, die an irgendeine Kultur gebunden ist. Statt dessen ist er äußerst eng am jungianischen und post-jungianischen Verständnis von Bildern, Imagination und Aktiver Imagination ausgerichtet.

Der Personal Totem Pole Process® basiert genauso wie andere Tiefenpsychologische Herangehensweisen auf der Einsicht, dass die Imagination, also das Entwickeln von inneren Bildern, das ursprüngliche Werkzeug des Bewusstseins darstellt, und somit die grundlegende Tätigkeit der Psyche das Imaginieren ist. Demzufolge vermittelt das Training im PTPP® eine Art, sich auf diese Imagination einzulassen, die offen für alles andere ist. In ihm wird die Tiefe Imagination als die verbindendste Art des menschlichen Wissens betrachtet; die anderen sind Denken, Empfinden und Fühlen. Ein Teil des Trainings beinhaltet u.a. das Entwickeln einer Beziehung mit allen Arten unseres Wissens, um sie in Balance zu bringen.

Weil die Tätigkeit des Imaginierens im gegenwärtigen Moment, lebendig und unmittelbar geschieht, beinhaltet der PTPP® kein Lernen von vorgefassten Vorstellungen darüber, welchem Weg eine Reise zu folgen hat oder wie sie ausgehen soll. Anders als im Schamanismus wird keine Deutung der Bilder, die einem in einer Tiefenimaginations-Reise begegnen können, vorgegeben. Der PTPP® vermittelt die Fähigkeit, sich respektvoll auf die Bilder, die sich zeigen einzulassen, ohne auf vorgefasste Vorstellungen darüber, was dieses Bild bedeuten oder welchen Sinn es haben könnte angewiesen zu sein. Statt dessen wird der oder die Reisende aufgefordert, das Bild – das sich oft als Tier zeigt – zu grüßen, mit ihm zu sprechen und eine aufrichtige Beziehung mit ihm aufzubauen. Die Arbeit dreht sich um die augenblickliche Erfahrung des Menschen, der die Reise unternimmt.

Ein Beispiel dessen wäre es, wenn jemand auf einer Reise eine Schlange trifft. Schlangen haben in vielen Traditionen starke Assoziationen. Im Jüdisch-Christlichen wird die Schlange als Symbol des Bösen oder der Versuchung betrachtet. Im Peruanischen Schamanismus ist sie an das Bild der Kosmischen Schlange gekoppelt. Im Hinduismus wird sie mit der Kundalini-Energie in Verbindung gebracht. In einer Tiefenimaginations-Reise ist jedoch keine dieser Interpretationen zulässig. Was gilt ist die direkte Erfahrung, die der oder die Reisende in dem Moment mit der Schlange hat. Sollte die Person, die reist irgendeine der oben genannten Interpretationen, sprich bestimmte Gedanken über die Schlange haben, so wird von ihr erwartet, dass sie diese der Schlange in der Reise mitteilt und zuhört, was die Schlange selbst darauf antwortet. Genauso soll jede Art von Gefühl … Freude, Angst, Ekel … mitgeteilt werden. Das Ziel ist es, im gegenwärtigen Augenblick präsent und mit der Schlange und einem selbst ehrlich und offen zu sein – nicht auf die Schlange zu projizieren. Die Aufgabe besteht darin, in einer ehrlichen Beziehung mit dem Tier zu sein.

Daraus folgt auch, dass die Tiere, die einem in einer Tiefenimaginations-Reise begegnen, anders als im Schamanismus nicht als „geistige oder spirituelle Führer“ und auch nicht als höhere Wesen betrachtet werden. Solche Auffassungen werden als Vorstellungen angesehen, die der Reisende entwickelt und daher dem Tier in der Tiefenimaginations-Erfahrung mitgeteilt werden sollen. Ausserdem werden sich die Tiere, die in irgendeiner Chakra-, Sinnes-, Vier Fenster (oder anderen) Reise erschienen, höchstwahrscheinlich verändern, wenn die innere Dynamik des Reisenden sich ändert oder wenn sich Probleme durch Heilung und Wachstum lösen. Es kann passieren, dass Tiere, die in einer Reise erscheinen, in der nächsten Reise nicht da sind. Diese Tierbegleiter sind nicht unbedingt genauso beständig wie ein „geistiger Führer“ erscheinen kann.

Ein anderer großer Unterschied zwischen Schamanismus und dem Personal Totem Pole Process® besteht darin, dass sich im Schamanismus der Schamane auf eine Reise für jemand anderen begibt. Im PTPP® unterscheidet sich die Aufgabe des Begleiters (d.h. des Begleiters in Tiefenimagination am Ende der dreijährigen Grundausbildung) völlig von der des Schamanen. Praktizierende des PTPP® betrachten sich selbst nicht als Heiler oder Heilerinnen. Die Aufgabe der Tiefenimaginations-Begleiter besteht darin, die Person, die sich auf eine Reise begibt in Kontakt mit ihrer Imaginaion zu halten. Dabei geht es nicht darum zu interpretieren oder einzugreifen, sondern einfach darum, das Zusammenspiel der reisenden Person mit ihrer eigenen Imagination so tief wie möglich zu unterstützen.

Während im PTPP® der Begriff „Reise“ verwendet wird, um den aktiven Prozess des sich Einlassens auf die Tiefe Imagination zu beschreiben, beinhaltet das nicht ein spezielles schamanisches Verfahren. Jungs Technik der Aktiven Imagination ist hilfreicher, wenn es darum geht zu verstehen, was eine Tiefenimaginations-Reise mit sich bringt. Auch beinhaltet eine PTPP®-Reise keine Verwendung schamanischer Techniken wie Trommeln oder irgendwelche Substanzen, die den Einstieg in die Reise erleichtern sollen. Stattdessen wird ein Zugang zur Tiefen Imagination durch Entspannung gelehrt und mit Hilfe der geschickten Begleitung nach innen durch einen erfahrenen Begleiter, der seine eigene innere Arbeit bereits unternommen hat und somit fähig ist, die innere Reise einer anderen Person zu unterstützen.

Gewisse Tiefenpsychologische Einsichten wie z.B.Polaritäten, Arbeit mit den eigenen Schatten, Auswirkungen von ungelösten vergangenen Problemen oder Verletzungen im Leben eines Menschen, die anhaltende Bewegung der Psyche in Richtung Balance und Heilung sind der Arbeit innewohnend. Das Grundverständnis besteht darin, dass der Zugang zur Tiefen Imagination die Heilung ermöglicht, die geschehen soll – und zwar auf bestmögliche Weise für die beteiligte Person. Das Ziel des PTPP® ist es letztlich, Menschen zu helfen, ihre inneren zentralen Aspekte der Lebendigkeit, Ganzheit und Balance wieder zu erlangen. Dieses Ziel unterscheidet sich von jenem des Schamanismus und auch von den meisten anderen Formen der Psychotherapie, die sich mit „Anpassung“ d.h. mit dem Loswerden bestimmter Emotionen, der Veränderung des eigenen Denkens oder Verhaltensänderungen usw. auseinandersetzen.

Der PTPP® unterscheidet sich also vom Schamanismus auf vielfältige Art und Weise.

Diese beinhaltet: Er ist keine religiöse Tradition. Er hat keine bestimmten Deutungen oder Assoziationen zu den Tier-Begleitern, denen eine Person begegnet. Er beinhaltet nicht den Gebrauch von Ausstattungen schamanischer Traditionen. Geschulte PTPP® Begleiter unternehmen keine Reise für jemanden anderen und nehmen nicht die Rolle eines Heilers an.

© Mary Diggin, März 2014

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